BALMAIN – Teuer muss es sein

Würde der ehemalige libysche Diktator Muammar al-Gaddafi noch leben, er wäre ganz sicher einer der größten Abnehmer der letzten BALMAIN-Kollektionen.

Doch während moderne Alleinherrscher wie Recep Tayyip Erdogan oder Wladimir Putin sich im maßgeschneiderten, anthrazitfarbenen Business-Anzug präsentieren, hält BALMAIN-Designer Olivier Rousteing die Fahne des exzentrischen Despoten-Looks weiterhin hoch.

Der 30-Jahre junge Designer, der bereits seit vier Jahren Creative Director des französischen Luxushauses ist, hat den Look perfektioniert: Rousteing näht goldene Knöpfe und bunte Epauletten auf Military-Jacken, lässt seine Models in Zirkusdirektorenstiefeln aus Lack über den Laufsteg marschieren, liebt Bikerjacken aus feinstem Kroko-Leder genauso wie Goldstickereien – und zelebriert damit einen Look, für den sich wohl selbst Michael Jackson geschämt hätte. Es glitzert und funkelt und es ist von allem zu viel. Hauptsache teuer.

Olivier Rousteing macht Mode für Menschen, denen zur Schau gestellter Reichtum wichtiger ist als guter Geschmack. Damit ist er der französische Philip Plein.

Dass die Diva Beyoncé zu den größten BALMAIN-Fans zählt, mag daher nicht weiter verwundern: die Sängerin hatte einst auf der Geburtstagsparty eines Gaddafi-Sohns gesungen – und dafür eine siebenstellige Summe kassiert. Money talks.

Dass Queen B. das viele Geld mittlerweile gar nicht mehr bräuchte, um ihren hotten Booty in glänzenden BALMAIN-Pomp zu hüllen, verdankt die Welt übrigens dem schwedischen Ramschriesen H&M: der Fast-Fashion-Filialist bringt am 5. November eine BALMAIN x H&M Kollektion raus. Die Mode für unanständig Reiche wird damit auch für Normalverdienende und Durchschnittsteenies greifbar.

Ob das jedoch so klug ist, darf bezweifelt werden.

Der letzte H&M-Kollaborateur, Alexander Wang, wurde kurz nach seiner nicht sonderlich erfolgreichen Liaison mit den Schweden von seinem Arbeitgeber BALENCIAGA rausgeworfen.

BALMAIN HM KOTZE

Category: Fashion Shows

Von: Carl Jakob Haupt

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