Ausbildung zum Influencer: Offizielle Kurse bei Condé Nast Italy

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„Wenn ich groß bin, werde ich Influencer.”

Im Gegensatz zur Prinzessin-Version, die man immer noch auf ramschigen Tassen und Frühstücksbrettchen gedruckt bei Nanu Nana findet, wird es in naher Zukunft wohl gar nicht mehr so naiv sein, wenn Kids dem Traumberuf Influencer folgen.

Denn der Wunsch danach auf aufblasbaren Schwänen zu posieren, Avocado-Toasts zu frühstücken, Unpacking von Gratis Produkten zu filmen und Guestlist-Only-Events zu besuchen, ist seit einigen Tagen nur noch ein Zertifikat von der Realität entfernt.

Die Condé Nast Italia’s Social Academy in Mailand hat nun durch einen sechsmonatigen Kurs den bisher Selfmade-Weg zum Influencer institutionalisiert. In der ersten Runde, mit dem Fokus auf die Bereiche Beauty & Lifestyle, lernen 20 weibliche Studenten alles über Social-Media-Strategien und digitales Influencer Marketing, wie das Magazin Women’s Wear Daily berichtet.

Offiziell heißt es man wolle „den korrekten Weg zum Umgang mit Social Media, der auf qualitativem Inhalt und dem Respekt for den ethischen Standards liegt“ fördern. „Dies beinhaltet spezifisch werbende Posts als auch Followerzahlen und Likes mit Transparenz zu behandeln.“

Bis Anfang März wird in den unterschiedlichen Kursen und insgesamt 240 Stunden gelernt, wie man richtige Hashtags setzt, wie man sponsored Posts markiert, ohne angeklagt zu werden, welche Kooperationsanfragen man lieber annehmen sollte – und welche besser nicht.

„Wir wollen dem falschen Mythos entgegentreten, dass Influencer die Feinde von medialen Kampagnen sind“, erklärt Kommunikations-Direktorin Luca Dini von Condé Nast Italy im Gespräch mit WWD.

Oder auch: die Feinde des klassischen Redakteurs. Während nämlich jahrzehntelang die Front Rows der internationalen Fashion Weeks für die VOGUE-Journalisten reserviert waren, übernahm irgendwann der „celebrity circus of people who are famous for being famous“, wie es in einem heiß diskutierten Artikel der VOGUE letztes Jahr nach der Pariser Fashion Week hieß. Unter anderem beschwerte man sich darin über „Blogger, die stündlich ihre von Kopf bis Fuß bezahlten Outfits wechseln“ – was unvermeidlich den „Tod des Stils ankündige“.

Diesem ewigen Streitgespräch will man nun mit einer eigenen, selbst gezüchteten Spezies des Influencers entgegen treten. Offiziell, weil man sich dadurch qualitativ hochwertigen Content verspricht – sicherlich auch, weil man erkannt hat, dass ohne Influencer heute nicht mehr allzu viel geht und weil es smart ist sich die eigenen Influencer im Verlag auszubilden, mit denen man dann später zusammenarbeiten kann.

Bis 2018 will die Social Academy noch weitere Kurse anbieten – unter anderem zu den Themenbereichen Technologie und Essen. Die Klassen sollen auf 40 Studenten vergrößert werden und die Kurse bezahlt werden. Aber wenn man dem Prof in der Vorlesung folgt, sollte man das Cash bei Arbeitsbeginn ja ganz schnell wieder reinbekommen.

Und wer weiß – vielleicht entstammt die nächste Chiara Ferragni ja dann direkt dem italienischen Verlagshaus?

Category: News

Tags: Condé Nast Italy, Influencer Kurse

Von: Angelika Watta

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