Anfang vom Ende: Logotrend!

Ein Großteil der Trends, über die wir in den letzten Jahren berichtet haben, kommen aus den Nineties, auch der Markenlogo Trend.

In den 90er Jahren erlebte der Logotrend seinen ersten Höhepunkt mit den italienischen Powerlabels Cavalli, Armani und Versace. Wer etwas auf sich hielt, trug T-Shirt oder Sweater mit XXL-Logo der ‘richtigen’ Marke.

Zur Hochphase der Designer-Kults begann der Ruhm von Maison Martin Margiela. Ein Designer, dessen Kreationen und Auftreten einen Gegenentwurf zu seinen italienischen Kollegen darstellte.

Armani & Co. ließen sich nach ihren Defilees feiern, Margiela hingegen scheute die Öffentlichkeit und wurde so zum “Phantom der Mode”.

Auf seinen Entwürfen war kein plakatives Logo zu finden. Stattdessen kennzeichnete Margiela seine Produkte mit einem weißen Heftfaden-Kreuz, das am Rücken seiner Anhänger zutage tritt. Margiela erfand so das No-Logo. Die Codes wurden subtiler.

Nur “Insider” erkannten “Insider”. Das bis dahin beliebte XXL-Markenlogo wurde innerhalb weniger Jahre zu einem No-Go, ein Relikt aus vergangenen Zeiten. Wer Marke plakativ trug, war fortan ein stilloser Prolet.

Aktuell – so glauben wir – erreichen wir erneut die Hochphase des Logotrends. Die Streetwear-Luxury-Labels wie Astrid Andersen, HBA, Nasir Mazhar, #BeenTrill, Off-White oder Bobby Abley haben in den letzten Saisons inflationär viele Logos auf ihre Designs sticken, nähen oder drucken lassen. Doch viel mehr Logo geht nicht. Außerdem sind ähnlich wie die 90’s, auch ein Revival der 90’s irgendwann einmal vorbei.

All die Labels, die bekannte Markenlogos erfolgreich ironisiert (Comme des Fuck Down, 1992 etc.) haben, haben ihren Zenit bereits überschritten. Sie sind für jeden einigermaßen stilvollen Menschen nicht mehr tragbar.

Und wenn man sich beispielsweise die letzten Kollektionen von Nasir Mazhar genauer ansieht, dann fällt auf, dass der britische Modemacher seine Logos in seiner neuesten Kollektion vergleichsweise subtil einsetzt. Während in seiner SS 2015 Kollektion pro Look bis zu 6 Logos zu finden waren, geht er in seiner AW 2015 Kollektion deutlich sparsamer mit dem Einsatz seiner Markenlogos um.

Labels wie HBA oder Nazhar werden nicht vollends auf Logos verzichten, denn ihre Anhängerschaft will Marke, somit auch Logo. Doch die Logos werden auch hier zukünftig weniger plakativ eingesetzt werden.

Und die nächste Generation von gehypten Designern wird wieder deutlich subtiler mit ihren Codes umgehen, wie einst Margiela.

Eine Marke der ‘Next Generation” könnte COTTWEILER sein.

 

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Category: Trends

Tags: Logotrend

Von: David Kurt Karl Roth

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