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NEWS

 

Amerika regt sich über Wood Wood T-Shirt auf

In Amerika tobt ein Streit um das “Kellog Tee” von Wood Wood.

Der Grund: ein kleiner Stern auf der linken Brusttasche, in dem die Anti Defamation League, eine Organisation, die gegen die Diskriminierung von Juden eintritt, meint einen Judenstern zu erkennen. Den geschichtsträchtigen Stern, den die Juden im dritten Reich tragen mussten. 

Die Welle der Empörung wurde losgetreten, als das Wood Wood T-Shirt auf der Website von Urban Outfitters feil geboten wurde. Barry Morrison, ADL Regional Director, schrieb einen Beschwerdebrief an Urban Outfitters.

Das “Kellog Tee” gibt es nun nur noch ohne Stern auf der linken Brusttasche zu kaufen. Brian SS Jensen, Designer von Wood Wood, versucht sich in einer Erklärung:

Dear friends,

As some of you are aware, several news sites have been writing about our ‘Kellog’ T-shirt, which feature an image of a six-pointed star, allegedly similar to the yellow badge jews were ordered to wear by the German nazis.

First of all the graphic is not the Star of David, and i can assure you that this is in no way a reference to judaism, nazism or the holocaust. The graphic came from working with patchwork and geometric patterns for our spring/summer collection ‘State of Mind.’

However, when we received the prototype of this particular style we did recognize the resemblance, which is why we decided not to include the star patch on the final production T-shirt. I assume the image people have reacted to comes from Urban Outfitters´ web site. This must be a photograph of an early sample, which is of course an error.
I am sorry if anyone was offended seeing the shirt, it was of course never our intention to hurt any feelings with this.
Wie Jensen sagt, glauben wir nicht, dass es die Intention des dänischen Labels war, eine Referenz zu dem Judenstern mit dem “Kellog Tee” zu schaffen. Doch wir finden, dass Wood Wood zu seinen Kreationen stehen sollte, auch wenn heftige Kritik geübt wird.
Wenn man ein T-Shirt mit einem Stern auf der Brusttasche entwirft, dann sollte dies genau so verkauft werden. Nicht anders.
Abgesehen davon finden wir es NICHT verwerflich ein T-Shirt zu produzieren, auf das man einen sechszackingen Stern drucken lässt. Ein Symbol, das man nicht nur aus dem grauenvollen Kontext mit dem Dritten Reich kennt.

LOOKS

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SPECIAL

TRENDS

 

Das Ende von Health Goth?

Im August haben wir erstmalig über den Trend Health Goth berichtet.

Die Begriff zum Trend stammt von Mike Grabarek und Jeremy Scott – einem R’n’B Duo (Magic Fades) aus Portland, USA – sie erstellten April 2013 eine #healthgoth Facebook Fanpage.

Auf ihrer Facebook Seite posten sie alles was sie zur Health Goth Welt zählen: Schwarz-weisse PORSCHE DESIGN Performance-Sneaker, Kampagnenbild der H&M x Alexander Wang Kooperation, NORTHFACE Etip Handschuhe, bionisch-futuristische Körperteile und Kampfmonturen für den Übermensch der fernen Zukunft.

Die Health Goth Fanpage gewann schnell an Zuwachs. Die Welt der HealthGother schien in Ordnung. Doch dann kam das erste böse Mainstream-Medium – die französische Frauenzeitschrift Marie Claire – und berichtete vor fünf Tagen über den Trend: Health Goth – the Latest Trend You’ve Never Heard of

So erklärte die Marie Claire ihren Leserinnen den Trend:

…it’s a very modern mix of gothic and punk sensibilities (think dark colours, figure-hugging silhouettes and heavy statement accessories) and futuristic sport-luxe. Weird? Very. Cool? Apparently.

Die Health Goth Szene (also: alle, die ganz undergroundig auf der Health Goth Facebook Seite rumhängen, waren entsetzt. Man hatte ihre Bewegung verraten. Entzürnte Health Gother tippten wutentbrannt R.I.P. Health Goth in die Tasten ihres MACs:

Auch das australische Oyster Magazine, das im Gegensatz zur Marie Claire, zu den Guten, den Medien gehört, denen man Insiderwissen zugesteht, titelte: RIP The Trend That Never Was. Doch markiert der Marie Claire Artikel wirklich das Ende von Health Goth?

Es ist der Anfang vom Ende, nicht das Ende. Die modische Vorhut (eine Handvoll Wissender) wird schnell weiterziehen, auf zum “Next big thing”, doch die breite Masse wird erst durch Medien wie der Marie Claire auf den Trend aufmerksam gemacht. Der Trend ist also gerade erst dabei so richtig ins Rollen zu kommen (Merci, Marie!).

Health Goth ist ein Trend, der wie Seapunk im Internet entstand. Es ist das Zukunftsmodell für die Entstehung von Trends (und wie man sieht auch schon das gängige Modell der Gegenwart). Das Internet ist ein gigantischer Multiplikator und Beschleuniger. Früher hat es Jahre gedauert bis ein Trend vom Underground in den Mainstream gelangte. Die Eintrittsbarrieren um Teil einer Bewegung zu sein, waren deutlich höher:

Man lehnte sich gegen die Eltern auf (Hippie). Man hing schwarz-geschminkt mit gruseligen Gestalten auf Friedhöfen rum (Gothic). Oder trank den ganzen Tag, pöbelte, grölte und durchlöcherte einen Großteil seines Körpers mit Piercings (Punk).

Heute sitzt man zu Hause vor dem Laptop, lädt Bilder hoch, kommentiert, liked und shared (Health Goth). Nie war es leichter Teil einer Bewegung zu sein, daher ist es kein Wunder, dass eine Bewegung schneller im Mainstream landet als ein Karnickel ficken kann.

Eine Konsequenz unser Zeit. Nicht das Aufgreifen des Trends vom Mainstream ist verwerflich, sondern das gespielte Entsetzen vom virtuellen Underground, welcher sich verraten fühlt.

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