48h Stockholm

🇸🇪⚔️

1/31

2/31

3/31

4/31

5/31

6/31

7/31

8/31

9/31

10/31

11/31

12/31

13/31

14/31

15/31

16/31

17/31

18/31

19/31

20/31

21/31

22/31

23/31

24/31

25/31

26/31

27/31

28/31

29/31

30/31

31/31

Etwa zu dem Zeitpunkt als eine 16-jährige Schwedin nach 15 Tagen auf hoher See unter großem Jubel in einem Segelboot Amerika erreichte, bestieg ich eine Norwegian Airlines Maschine, dessen Spitze so aussah, als hätte sie ein Riese mit der Flugzeugnase voran in eine brodelnde Soljanka getaucht.

Mittelplatz, erbitterter Kampf um die Armlehne, und im Kopf Erinnerungen an meinen letzten Trip nach Schweden:

Gemeinsam mit meinem Freund Jakob wurde ich von einem Vodka-Hersteller zum Midsommar-Fest eingeladen, welches dort anlässlich der Sommersonnenwende gefeiert wird. Es ist nach Weihnachten das zweitgrößte Fest in Schweden. Inmitten von blonden, blauäugigen Schweden nahmen wir an einer langen, festlich geschmückten Tafel Platz, aßen Knäckebrot, Käse und tranken unseren ersten „Nubbe“.

Knallharter Schnaps zum Mittagessen! Das war, so sollte sich schnell herausstellen, keine besonders gute Idee. Nach ein paar „Nubbe“ beschloss ich die Mittsommarstange – vergleichbar mit unserem Maibaum – hinaufzuklettern. Ein recht schneller Sturz (ca. 1,5 m) bewahrte mich vor einer schweren, langwierigen Verletzung, doch auch dieser kleine Vorfall sollte nicht zur Besinnung führen.

Am frühen Abend, nach diversen Nubbe und dem ein oder anderen Späßchen auf Kosten der anderen Midsommar-Festival-Gäste, gab uns die spaßbefreite Security eine letzte Chance: Ihr geht jetzt in euer Zelt und lasst euch hier heute Abend nicht mehr blicken, oder aber…!!

Jakob, der im Gegensatz zu mir noch Herr seiner Sinne war, sollte auf mich aufpassen, doch er, so seine spätere Berichterstattung, wachte irgendwann auf und sah nur noch eine offene, im Wind flatternde Zelttür – und ein leeres Bett.  Er nahm die Verfolgung auf, doch zu spät, die Security hatte mich bereits erlegt, wie ein Rudel feiger Hyänen einen Elefanten, der zu viel gegorenes Fallobst genascht hat.

Sie konnten sich nicht davon abhalten lassen die Polizei rufen, welche sich wiederum partout nicht davon abhalten lassen wollte mich mitzunehmen. Auf der Polizeistation wurde ich gebeten meinen Midsommar-Blumenkranz abzulegen sowie meine komplette Kleidung – Levi’s Jeans und England Trikot von Paul Gascoigne, bis auf meine Boxershorts – ich beschloss mich nicht zu widersetzen und nahm bereitwillig, halbnackt, zitternd auf meiner Gummimatratze Platz.

Am nächsten Morgen war ich wieder nüchtern, zudem ein freier Mann, ich ließ die schwedischen Gardinen hinter mir, deutlich schneller als es A$AP Rocky viele Jahre später vergönnt war.  Und kehrte zu dem noch friedlich schlafenden Jakob in unser #glamping Zelt zurück. Weit weniger dramatisch / unrühmlich fiel meine Rückkehr, mein jüngster Schweden-Trip, aus:

Scandinavian MAN – eine Plattform für skandinavische Fashion- und Lifestyle-Brands – lud ein. Die Plattform, 2017 gegründet, gilt als äußerst umtriebig: Online-Shop, Magazin online wie offline – das alles in Rekordtempo.

Bevor die erste, aus 25 Fashion Brands bestehende, Scandinavian MAN Fashion Show, gezeigt wurde, gab es noch einen Panel Talk, indem diverse E-Commerce Experten über die Zukunft des Online-Shoppings sprachen.

Tieto Gründer Jaakko Hallavo sprach von „Goosebump Content“, den jede E-Commerce-Plattform erschaffen müsste. Ich blickte hinunter auf Zlatan Ibrahimovic, den wohl lässigsten Fussballer aller Zeiten, den aktuellen Coverstar der zweimal jährlich erscheinenden Scandinavian MAN!

Das klappt ja schonmal gut mit der Verstrickung von spannenden Inhalten und Kommerz, denk ich, und lausche gebannt weiter.

Nach dem Paneltalk, in dem es u.a. noch um das Teleshopping 2.0 (bald shoppen alle nur noch live online) gehen sollte, ging es dann zur Fashion Show, die von Larry Clark’s Klassiker KIDS, Tokioter Streetstyle und der TV-Serie Friends inspiriert war.  Neben den Designs und Styling überzeugte vor allem das Casting, zeitgemäß divers, ein Mix aus Pro-Models und Cool Kids, die auf der Straße kurz vor der Show gecasted wurden.

Verantwortlich für das spezielle Casting der „Retired Youth“ Show war die Kult Model Agency, die 2001 von Marco Cordes in Hamburg gegründet wurde, die mittlerweile erfolgreich international agiert.

Backstage, kurz vor der Show, lernte ich Model-Agent Simon kennen, der – und da schloss sich der Kreis – mir von seiner Boyband-Zeit mit „Jaky“ , wie er ihn nannte, in Hamburg erzählte. Konzept ihrer damaligen Band „Hauptgewinn“ war, dass Jakob nach jedem Konzert an den höchst bietenden Fan versteigert werden sollte. Jedoch, so Simon, kam es nie zu einer Versteigerung.

Und auch die Band sollte sich nicht allzu lang halten, doch das Konzept von „Hauptgewinn“ sollte überleben und viele andere Bands zu unsagbarem Reichtum führen.

Category: #dandydiaryspace

Tags: Kult Model Agency, Scandinavian MAN

Von: David Kurt Karl Roth

Instagram