3 Maskentypen des Grauens

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Ganz zu Anfang: Wir sind selbstverstĂ€ndlich fĂŒr all jene Maßnahmen, die dabei helfen, die weltweite Corona-Pandemie einzudĂ€mmen. Daher auch fĂŒr die Maskenpflicht, doch – auch in turbulenten Zeiten – ist es die Pflicht eines jeden guten BĂŒrgers dem Stil kein Lebewohl zu sagen. Wenn man so durch unsere „neue NormalitĂ€t“ schlendert und all seine Mitmenschen und deren Umsetzung der Maskenpflicht, in der U-Bahn, im Supermarkt, und, und, sieht, fragt man sich viel zu oft: warum? Man bleibt stehen, beginnt zu lachen, meist sehr laut und sehr irre, ein bisschen wie Joaquin Phoenix als Joker, irgendwo zwischen Wahnsinn und Verzweiflung, ĂŒberlegt kurz seinem GegenĂŒber die Maske mit einem beherzten Griff vom Gesicht herunterzureißen, beherrscht sich dann doch noch, sich der Vernunft verpflichtet fĂŒhlend, geht nach Hause, setzt sich an seinen MacOS Mojave, um einen Artikel zu schreiben, indem es um drei Maskentypen gehen soll:

Daddy’s Favorite

Es bedarf eigentlich noch zwei Unterkategorien, fĂŒr deren Bezeichnung wir uns bei Pornhub orientiert haben: Daddy’s Favorite Typ „GILF“, all jene MĂ€nner, die Mundschutzmasken tragen, welche aufgrund von Form, auffallend ausgebeult, und Farbe, eierschalenweiß, an einen SchlĂŒpfer einer Großmutter denken lassen. Der Daddy’s Favorite Typ „GILF“ trĂ€gt seine Atemschutzmaske wie das GroßmĂŒtterchen ihren SchlĂŒpfer, immer leicht verrutscht, sodass öfter Mund und Nase aufblitzt, als allen Hygiene-Liebhabern, die sich in unmittelbarer NĂ€he befinden, lieb ist. Wenn die Kategorie Daddy’s Favorite „GILF“ mit großer, ausladender, das Unheil ankĂŒndigende Bewegung, zum Niesen ausholt, geht die gesamte S-Bahn in Deckung. Die zweite Unterkategorie des Daddy’s Favorite, nennen wir sie mal frech „Young Teenie Lover“, sind tollkĂŒhne MĂ€nner, die es sich zur schier unlösbaren Aufgabe gemacht haben, sich, beziehungsweise ihre Mitmenschen, mit einem fuchsia-farbenen String-Tanga vor der Corona-Pandemie zu schĂŒtzen. Ein String ist imstande, mit allergrĂ¶ĂŸter MĂŒhe, haarscharf eine frisch enthaarte Pussy zu bedecken, keinesfalls das Aerosol versprĂŒhende Riechorgan eines Erwachsenen, daher ein Ding der Unmöglichkeit, in jeglicher Hinsicht.

DIY Mummy

Ja, wir kĂ€mpfen mit einer weltweiten Pandemie, doch das heißt nicht, dass sich jede zu Tode gelangweilte Mutti, jenseits der 50, dazu berufen fĂŒhlen sollte, sich wieder mal an ihre Singer 2250 Tradition zu setzen, um sich dort dann mal wieder „so richtig kreativ auszutoben“. Denn das ist doch wirklich noch nie gut gegangen, außerdem kommt es zu brandgefĂ€hrlichen Kettenreaktionen. Die Kinder der DIY-Mummys, lĂ€ngst aus dem Haus, im Leben stehend, bekommen beim sonntĂ€glichen Brunch eine Atemschutzmaske der Marke Eigenbau ĂŒberreicht, die man, so will es Frau Mutter, so will es der Anstand, dann bitteschön fortan im öffentlichen Leben trĂ€gt, so kommt es, dass eine erschreckend große Zahl erwachsener Menschen in der Öffentlichkeit bunt geblĂŒmte, lĂ€cherliche, aus Stoffresten schlecht zusammengeflickte Masken trĂ€gt, der Kopf hochrot, aus Scham oder Atemnot? Wenn die Kategorie DIY-Mummy ein Berliner Stadtteil wĂ€re, dann in jedem Fall Friedrichshain, dort findet man auch dementsprechend viele Profi-Versionen der DIY-Mummy, in ihren kleinen Boutiquen, freundlich grinsend an der NĂ€hmaschine, inmitten Ihres textilen Gruselkabinetts, wirklich schlimme Dinge, darunter die besagten Masken, verkaufend.

Dr. Statement

Wenn man nicht mehr fliegt, nur noch einmal in der Woche Fleisch isst, dann aber vom Bio-Bauern, oder gar seit Jahren vegan lebt, in Pandemie-Zeiten eine Atemschutzmaske in den öffentlichen Verkehrsmitteln trĂ€gt, dann ist das alles löblich, macht das, aber macht es fĂŒr euch, bitte fangt nicht damit an eure Mitmenschen belehren zu wollen, all jene, die meinen moralisch korrekt zu handeln und damit hausieren gehen, sind dem Irrglauben verfallen auf der richtigen Seite zu stehen. Ihre Atemschutzmasken nutzen sie als Medium: „Keep your Distance“. Oder aber: „I wear this mask for you“. Ihre Corona-Statement-Masken bestehen selbstverstĂ€ndlich zu 100% aus Bio-Baumwolle, fair produziert, so erfĂ€hrt man, ob man es will oder nicht. Den Zeitgenossen der Kategorie Dr. Statement wĂŒrden wir gern eine PlastiktĂŒte (Polyethylen, wenn schon denn schon) ĂŒber den Kopf ziehen, bis sie nach Atemluft ringen, bis sie um Vergebung betteln, dann wĂŒrden wir sie freundlichst bitten sich bei der Welt zu entschuldigen. Es wurde Zeit.

Category: Special

Tags: Atemschutzmaske, Corona, DIY Mummy, Maskenpflicht

Von: David Kurt Karl Roth

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