3x Kunst: Lieblingsausstellungen

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Robert Longo (Teil von "Body Peformance")

Als Teenieboy teilte ich mir mein Zimmer mit Vogelspinnen, Skorpionen, zwei Boas, einer Kobra und einer Radnetzspinne, die – im Gegensatz zu meinen anderen Haustieren – nicht in einem Terrarium saß, sondern frei lebte. Sie chillte in einem großen Spinnennetz, direkt am Fester, ernährte sich von kleinen Grillen, die ich ihr ins Netz warf. Sie zog dann immer an einzelnen Spinnfäden, um zu checken, ob sich tatsächlich Beute im Netz befindet. Kürzlich, inmitten von Algo-r(h)i(y)thms – einer aktuellen Tomás Saraceno Ausstellung in der Berliner Esther Schipper Galerie – musste ich wieder an meine Radnetzspinne denken:

Algo-r(h)i(y)thms

Algo-r(h)i(y)thms

Der argentinische Künstler Tomás Saraceno verwandelt den Ausstellungsraum von Esther Schipper in eine Landschaft voller Netze. Der Besucher darf, in großen, grauen Pantoffeln, das Kunstwerk betreten und sanft an den gespannten Fäden ziehen, die wiederum teilweise verbunden mit Soundboxen sind. So kommt es zu einem musikalischen Zusammenspiel der Ausstellungsbesucher, die nicht nur den von den anderen Besuchern produzieren Sound hören, sondern auch deren erzeugte Vibration spüren können. Netzspinnen sind, so Künstler und Spinnen-Experte Saraceno, fast blind, der Großteil ihrer Orientierung läuft über das Senden- und Empfängen von Vibrationen in ihrem Netz. „Algo-r(h)i(y)thms“ – erstmalig im Rahmen der großen Saraceno Ausstellung im Palais de Tokyo in Paris 2018 gezeigt – greift diese Fähigkeit auf. Der in Berlin lebende Saraceno über seine komplexe, sehenswerte Ausstellung, die noch bis zum 21. Dezember läuft:

„Organisms are not atomistic individuals but hybrid assemblages… each body is a ‘nested ecology’ linked to others in complex ways. By thinking like this, we might notice our interconnectedness with other beings, other elements; how we might cooperate across species boundaries and how we might live and thrive together on a shared planet.” 

Barbara Probst (Teil von "Body Performance")

Vanessa Beecroft (Teil von "Body Performance")

“Body Performance”

Nur ein paar Meter entfernt von der C/O Gallery, in der sich ein Großteil von euch sicherlich die Ren Hang Ausstellung ansehen wird, befindet sich die Helmut-Newton-Stiftung / Museum für Fotografie, und dort gibt es aktuell „Body Performance“ zu sehen. Eine hochkarätige Gruppenausstellung, in der Fotosequenzen vereint werden, deren Ursprung in Performances, in Tanz- und Bühnengeschehen liegt.

Ausgestellt werden Arbeiten von 13 international renommierten Künstlern, darunter Erwin Wurm, bekannt geworden mit seinen „One-Minute-Sculptures“, von denen sich die Red Hot Chilli Peppers für ihre Video zu ihrem Hit „Can’t Stop“ inspirieren ließen. Cindy Sherman, die seit Jahrzehnten für ihre Selbstportraits immer wieder konsequent in neue Rollen schlüpft. Und Vanessa Beecroft – bekannt für ihre großen Nackt-Performances. Weitere Künstler: Yang Fudong, Inez & Vinoodh, Jürgen Klauke, Robert Longo, Robert Mapplethorpe, Helmut Newton, Barbara Probst, Viviane Sassen und Bernd Uhlig.

„Body Performance“ zeigt die enge Verbindung zwischen Performance, Happening, Aktionskunst – und der Fotografie. Die Ausstellung des „Museum der Fotografie“ läuft bis zum 10. Mai 2020.

Hito Steyerl "This it the Future"
Hito Steyerl "This is the Future"

“This is the Future”

Anlässlich des 50-jährigen des n.b.k.  (Neuer Berliner Kunstverein) wird „This is the Future“ von Hito Steyerl präsentiert – dazu, begleitend, die großflächige Installation „ MISSION ACCOMPLISHED: BELANCIEGE“, die das Ergebnis einer Zusammenarbeit von Hito Steyerl un den Künstlern Giorgi Gago Gagoshidze und Miloš Trakilović ist. Steyerl, deren Werk auch dieses Jahr auf der Venedig Biennale präsentiert wurde, setzt sich in ihrer künstlerischen Arbeit mit unser Welt in Zeiten von Hyper-Kapitalismus, digitalem Lebenswandel, Globalisierung und politischen Krisen auseinander. Ihre Kunst ist immer tief durchdacht, konzeptuell, so auch „This is the Future“ (bis zum 29. Januar 2019 zu sehen). 

Category: #dandydiaryspace

Tags: Ausstellungen, Body Performance, Helmut Newton Foundation, Hito Steyerl, Ren Hang, Robert Longo, Tomás Saraceno

Von: David Kurt Karl Roth

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