Ihren rechten Oberarm zieren mehr Tattoos als Kerben das Bett von Julio Iglesias, ihre Frisur wechselt sie so oft wie Robert Pattinson seine Unterwäsche, einmal pro Woche. Kristin Belger. Profession: Hairstylistin. Sie ist nicht irgendeine Hairstylistin, sie ist die Beste. Im Umgang mit der Schere ist Kristin geschickt, so geschickt, dass selbst Edward mit den Scherenhänden neidisch auf ihre Künste wäre. Im Atelier von Dennis Creuzberg, ihrem Arbeitgeber, der Paris Hilton zu seinem Kundenstamm zählt, traf ich sie um über die neusten Haartrends, Bartmoden und die Alltagstauglichkeit des Topfschnittes zu sprechen.
Topfschnitt, Igel oder Irokese. Welche dieser drei einst populären Frisuren wird in naher Zukunft ein Comeback schaffen?
Der Topschnitt. Ein genauer Blick verrät, dass der Topfschnitt bereits von Opinion-Leadern getragen wird, wenn auch in einer leicht abgewandelten Form. Die Seiten werden kahl rasiert, harte Konturen werden eingeschnitten und das Dcckhaar bleibt wie gewohnt lang.
Hört sich nicht gerade alltagstauglich an?
Fraglos ist der Topfschnitt ein radikaler Haarschnitt, jedoch absolut tragbar für Menschen aus dem Kreativbereich. Ein modischer, progressiver Haarschnitt. Avantgarde zu sein, war noch nie leicht.
Der Topfschnitt ist sehr speziell. Gibt es generelle Haartrends, die „Mann“ beachten sollte?
Wichtigster Trend ist: Die Seiten werden raspelkurz getragen, Deckhaar wird lang gelassen – der Undercut. Wer Locken hat, ist klar im Vorteil. Volles, voluminöses Haar ist perfekt geeignet für den Undercut.
Kommt Farbe ins Spiel?
Ich glaube fest daran, dass gefärbtes Haar bei Männern wieder verstärkt aufkommen wird. Wenn ich von gefärbtem Haar spreche, meine ich natürlich keine blonden Strähnen in dunkelbraunem Haar, sondern eine vergleichsweise natürliche Nuancierung. Darüber hinaus wird der New Wave Look auch immer stärker. Das heißt: Pechschwarz gefärbte Locken, dazu kräftigen Lidstrich.
Auch abhängig von Trends ist die Bartmode. Der Schnäuzer ist zurück. Was gibt es sonst Neues im Sektor Facial Hair?
Der Trend bewegt sich momentan weg vom vollen Schnäuzer, hin zum Milchbart-Moustache. Darüber hinaus sind natürlich alle 70er Jahre Bärte angesagt. Beispielsweise das Hufeisen, ein großartiger Bart. Kinnbärte aller Art, dagegen sind ein absolutes No-Go. Sie sollten der Heavy Metal Fraktion überlassen werden.
Glaubst du, dass Haar- und Bartmoden auf den Straßen dieser Welt entstehen?
Nein, ich denke, dass Haar-Trends auf dem Laufsteg entstehen. In abgeschwächter Form, je nach Massenkompatibilität, erreichen sie somit früher oder später die Straße wie der Mode-Irokese, eine Frisur, die ich so heute keinem Kunden mehr schneiden würde.
Ist der Mode-Iro, der noch immer gern von vielen Jungs getragen wird, die schlimmste Frisur derzeit?
Der Irokese à la Beckham ist schlimm, jedoch ist die Emo-Gardine, der Haarschnitt bei dem das lange Pony ein Auge bedeckt und das Andere traurig dreinblickt, noch grauenvoller.
Dieser Beitrag wurde am Donnerstag, Februar 25th, 2010 um 23:36 publiziert. es ist abgelegt unter Interview. Du kannst die Antworten zu diesem Beitrag über den RSS 2.0 Feed verfolgen.
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