Archiv für February, 2010

Dandy Diary vs. Kristin Belger, Hairstylistin

„Schlimmer ist nur die Emo-Gardine“

Ihren rechten Oberarm zieren mehr Tattoos als Kerben das Bett von Julio Iglesias, ihre Frisur wechselt sie so oft wie Robert Pattinson seine Unterwäsche, einmal pro Woche. Kristin Belger. Profession: Hairstylistin. Sie ist nicht irgendeine Hairstylistin, sie ist die Beste. Im Umgang mit der Schere ist Kristin geschickt, so geschickt, dass selbst Edward mit den Scherenhänden neidisch auf ihre Künste wäre. Im Atelier von Dennis Creuzberg, ihrem Arbeitgeber, der Paris Hilton zu seinem Kundenstamm zählt, traf ich sie um über die neusten Haartrends, Bartmoden und die Alltagstauglichkeit des Topfschnittes zu sprechen.

Topfschnitt, Igel oder Irokese. Welche dieser drei einst populären Frisuren wird in naher Zukunft ein Comeback schaffen?

Der Topschnitt. Ein genauer Blick verrät, dass der Topfschnitt bereits von Opinion-Leadern getragen wird, wenn auch in einer leicht abgewandelten Form. Die Seiten werden kahl rasiert, harte Konturen werden eingeschnitten und das Dcckhaar bleibt wie gewohnt lang.

Hört sich nicht gerade alltagstauglich an?

Fraglos ist der Topfschnitt ein radikaler Haarschnitt, jedoch absolut tragbar für Menschen aus dem Kreativbereich. Ein modischer, progressiver Haarschnitt. Avantgarde zu sein, war noch nie leicht.

Der Topfschnitt ist sehr speziell. Gibt es generelle Haartrends, die „Mann“ beachten sollte?

Wichtigster Trend ist: Die Seiten werden raspelkurz getragen, Deckhaar wird lang gelassen – der Undercut. Wer Locken hat, ist klar im Vorteil. Volles, voluminöses Haar ist perfekt geeignet für den Undercut.

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Neue Silhouette

Damir Doma, Foto: Style.com

Ich denke, dass es Zeit ist eine neue Silhouette für den Mann zu benennen: Die O-O-Linie. Oversized meets Oversized, eine klangvollere Bezeichnung ist mir nicht eingefallen. Die Entwürfe Damir Domas treffen für mich den Nerv der Zeit. Dunkle Stoffe, die in Übergrößen Ober- und Unterleib verhüllen. Vorbei sind die Zeiten, in denen sich  Mann in hautenge Anzüge zwängen muss. Bundfaltenhosen, die so groß sind, dass selbst Wrestler Yokuzuna in ihnen Platz hätte, werden zu übergroßen Jackets kombiniert. Ein Gürtel, der für die nötige Taillierung sorgt, wird um den Leib gezurrt. Und die Hose wird leicht angekrempelt, dass macht man heutzutage nun mal so. Nicht zu vergessen: Hohe, elegante Schuhe tragen, da es sonst schnell zu Verwechslungen kommen könnte. Wenn halbstarke Jugendliche, die ihre Basecaps so leicht auf den Kopf gesetzt haben, dass zwischen  Birne und Cap noch eine Melone passen würde euch zu Rap-Battles aufordern, habt ihr den Look falsch umgesetzt.

Copenhagen Fashionweek//Designers Nest

Fotos: cph.vision.dk

Die Designers Nest Show ist seit 2003 eine wichtige Plattform für Modedesign-Studenten des hohen Nordens. Jeweils fünf Absolventen von sieben skandinavischen Design-Schulen dürfen im Rahmen der Designers Nest Show, deren Patronin Kronprinzessin Mary ist, ihre Kollektionen präsentieren. Tief beeindruckt war ich von den überaus interessanten Entwürfen der jungen Talente. Inspiration Pur. Persönliche Highlights waren Stiefel mit Haarbesatz, Männerröcke und Ketten aus Bunten Stoffstreifen. Die Gewinnerin Mille MArie Jensen Überzeugte die Jury mit einer Vergleichsweise Puristischen, aber Detail Verliebten Kollektionen. Höhepunkt war eine Weste, die durch einen ungewöhnlichen Schnitt auffiel. Vedientermaßen Darf Sich Jensen über 55.000 Kronen und eine große Portion Ruhm freuen.

Copenhagen Fashionweek//WOODWOOD SHOW

Das D ´Angleterre, ein 250 Jahre alteres Luxushotel im Herzen Kopenhagens, war Schauplatz für die WoodWood Show. Das quietschbunte Volk, das sich in die heiligen Hallen des D´Angleterre bei eisgekühltem Tuborg dem üblichen Fashion-Talk widmete, imponierte mir. Bärtige Dänen in Oversized-Pullovern, blond gelockte Däninnen in hautengen Lederhosen. Die Fashioncrowd gab bereits einen Vorgeschmack auf die folgende Show des dänischen Streetlabels. Oversized-Looks zogen sich wie ein roter Faden durch die Kollektion.


Hooligan der englischen Mode gestorben

R.I.P.

Fall 2010/Trends

Hoher Absatz

Juun J., Foto: Corbis

Laut „The Times“ ist die durchschnittliche Absatzhöhe von Männerschuhen von 1,5 cm auf 5 cm in den letzten Jahren gestiegen. Eine Tendenz, deren extreme Auswüchse sich auf den Schauen in Mailand und Paris Beobachten ließ. Tomas Maier, Designer des Luxuslabels Bottega Veneta, zeigte Schuhe, die mit so hohen Sohlen bestückt waren, dass man mit Hilfe dieser Treter sicherlich jede Pfütze durchqueren könnte ohne Gefahr zu laufen nasse Füße zu bekommen. Auch Juun J., seines Zeichens koreanischer Avantgarde-Designer, zeigte Schuhe mit hohem Absatz, die sich durch einen handgriff, einmal am reißverschluss gezogen, in sandalen verwandeln lassen. Fest davon überzeugt, dass Schuhe mit Hohen Absätzen Cool sind, werde ich mir demnächst ein Paar Creepers zu legen. Creepers, die Sowohl Hässlichsten als auch Coolsten Schuhe zur Zeit.

Look du Jour – 15

Als Mann in einem Rock gut auszusehen ist schwierig. aller Wahrscheinlichkeit ist es leichter auf einem Katamaran, wohl bemerkt unbewaffnet, das horn von Afrika zu durchqueren. rock und Mann, eine Kombination, die schnell zu grauenvollen Assoziationen Führt. Olivia Jones beispielsweise. oder einen Raver Pupillen groß wie eine Haselnuss, der sein Zungenpiercing zum Takte der Musik drehen lässt. Trotz aller Schwierigkeiten und den ungünstigen Grundvorrausetzungen, Kurze, behaarte Beine, habe ich mich in einem Rock versucht.

Fotos: Kaja Smith

Fall 2010/Trends

Religion

Givenchy, Foto: Style.com

Religion kommt in Mode – mal wieder. Lange ist es nicht her, da machte David Beckham aus dem Rosenkranz einen Modeschmuck und erstaunlicherweise gibt es noch immer Jungs, die glauben mit einem Rosenkranz um den Hals, Diamanten im Ohr und der blondierten Mähne im Nacken wären sie das modische Non Plus Ultra – ihr seid es nicht. Tragen sollte man stattdessen gigantische Kreuze wie bei Blaak, die man bestenfalls zu einem Nu Grave Outfit kombiniert. Auch bei Givenchy diente das Christentum als Quelle der Inspiration für die Fall 2010 kollektion. „Jesus is Lord“ prangte in grossen Lettern auf Oberteilen und Dornenkränze dienten als Halsschmuck.

Fall 2010/Trends

Korsett

Raf Simons, Foto: Style.com

Männer zwängen sich in ein Korsett. Schwer vorstellbar, jeodch nicht unmöglich wie die Geschichte zeigt. Um 1830, zur Hochphase des Dandytums, trugen modeaffine Männer bereits das körperformende Kleidungsstück. Modeschöpfer Galliano entwarf für seine Fall 2010 Show Korsetts, andere Designer zeigten Mieder ähnliche Kreationen.

Fall 2010/Trends

Männerröcke

Givenchy, Foto: Style.com

Die Männerschauen Fall 2010 standen im Zeichen des Rocks. Unter anderem zeigten Ricardo Tisci, Designer von Givenchy, und Raf Simons, die zwei wohl einflussreichsten Designer im Menswear-Bereich, den Männerrock. Ob kurz, ob lang alle Designer zeigten den Rock in Kombination mit einer Leggins oder Hose.

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