Archiv für November, 2009

Look du Jour – 7

Friedhöfe werden zu Locations für Fotoshootings. Dornen
werden auf Jackets montiert. Und zu schwarz wird schwarz
getragen. Nu grave, der trend aus den Tiefen Londons, ist
endgültig angekommen. Das jacket, ein H&M Jacket, wurde mit Nieten als Epauletten
versehen und mit Ledertaschen besetzt. An Metallringen
befestigte Ketten hängen im Brustbereich und verbinden die
beiden Reverts des Jackets. Das schalförmige Leder-Gebilde
wurde aus einem alten Ledermantel herausgeschnitten und
zusammen genäht.

Fotos: Kaja Smith

C´est Cool

Sie muss alt sein, abgewetzt, so aussehen, als hätte ich sie einem britischen Jäger geklaut, während er sich mit seinen adeligen Freunden mit teurem Whiskey betrinkt. im Bestfall verleiht die englische Barbour-Jacke ihrem Träger den Charme eines reichen Jura-Studenten mit Schmiss an der Wange -
extrem cool, wie ich finde. die Barbour Jacke ist die Basis für den ich-trink-an-sylter-stränden-teuren-champagner-Look, der fraglos grossartig ist.

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Matejcek vs. Türsteher Berghain

Der traurige Charon

Illustration: Karin Bohrmann

Waren sie schon mal im Berghain? Nein? Da haben Sie aber einiges verpasst! Wie – Sie wissen nicht einmal, was das Berghain ist? Also gut, dann von vorne:

Das Berghain ist ein Techno-Club in Berlin Friedrichshain. Keine einfache Großstadt-Disse. Viel mehr ein Tempel der Unzucht, in dem jedes Wochenende sehr schnelle, von verzerrten Beats und Klängen dominierte, synthetisch produzierte Tanzmusik hunderte schwitzende Pradisvögel mit durchtrainierten, nackten Oberkörpern in Extasse versetzt. Den langen, ausschweifenden und sexuell freizügigen Partys verdankt das ehemalige Heizkraftwerk den Titel „Bester Technoclub der Welt“. Damit ein Höchstmaß an Freiheit und persönlicher Entfaltungsmöglichkeit gewährleistet wird, sind im Inneren des Gebäudes Fotos und Videoaufnahmen verboten. Aus dem gleichen Grund gibt es im gesamten Berghain auch keine Spiegel oder spiegelnden Flächen. Wenn also die „taz“ Sven Marquardt, Berghains legendären und ebenso gefürchteten Türsteher, als Hüter der Unterwelt bezeichnet, dann ist das völlig in Ordnung. (more…)

C´est Cool

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Matejcek vs. Schönheitschirug

Illustration: Karin Bohrmann

Am sechsten Tag erschuf Gott den Menschen. Zu seinem Bilde schuf er ihn. So wurde vollendet Himmel und Erde mit ihrem ganzen Heer. Den siebten Tag segnete Gott und heiligte ihn, weil er an ihm ruhte von allen seinen Werken. Ungefähr so heißt es in der Bibel, ist aber nicht ganz richtig. Gott verbrachte den siebten Tag natürlich hauptsächlich damit, die Seele baumeln zu lassen. Am frühen Nachmittag verspührte er jedoch eine nagende Langeweile und wollte sich zur Feier des Tages noch etwas Schönes gönnen. Also flog er nach Massa-Carrara, wo es in den Bergen das beste Marmor gibt. In den Steinbrüchen der italienischen Provinz sollten Jahre später auch Michelangelo, Luigi Bernini und Donatello ihre Marmorblöcke beziehen. Gott holte sich also feinstes Material, aus dem er am Abend des siebten Tages Doktor Derek Nice (Name aus rechtlichen Gründen geändert) meißelte. Na ja – zumindest sieht Doktor Derek Nice so aus, als könnte diese Geschichte echt sein. Viel wahrscheinlicher ist natürlich, dass den Schönheitschirurgen ein Kollege schuf, einer mit göttlichem Talent.

Grübchen sind allgemein kleinere, muldenförmige Einbuchtungen. Im biologisch-medizinischen Bereich bezeichnet man damit angeborene oder erworbene Vertiefungen des Gewebes. Umgangssprachlich sind Grübchen die, bei vielen Menschen vorhandenen, charakteristischen Einziehungen in Wangen, Kinn oder Stirn. Es erscheint mir aber nicht richtig, das Grübchen, das Dr. Nices Kinn dekoriert, als bloße muldenförmige Einbuchtung zu bezeichnen. (more…)

Modische Fauxpas

Ist es noch cool wie ein Nerd auszusehen?

Dandy Diary sagt NEIN!

Fotos: Kaja Smith

Hommage

Yves Saint Laurent
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Look du Jour – 6

Control, der Film über den Sänger Ian Curtis von Joy Division, stellt die Inspiration für die Lederjacke mit dem rebellischen Schriftzug dar. Ian Curtis, der von Sam Riley gespielt wird, trägt im Film einen Parka mit der Aufschrift hate. Die Make up Artistin, die ein wahrer Profi ist, hat dem Model für das Close-Up eine Kopfnuss auf die Nase verpasst.

Fotos: Kaja Smith