
Illustration: Karin Bohrmann
Am sechsten Tag erschuf Gott den Menschen. Zu seinem Bilde schuf er ihn. So wurde vollendet Himmel und Erde mit ihrem ganzen Heer. Den siebten Tag segnete Gott und heiligte ihn, weil er an ihm ruhte von allen seinen Werken. Ungefähr so heißt es in der Bibel, ist aber nicht ganz richtig. Gott verbrachte den siebten Tag natürlich hauptsächlich damit, die Seele baumeln zu lassen. Am frühen Nachmittag verspührte er jedoch eine nagende Langeweile und wollte sich zur Feier des Tages noch etwas Schönes gönnen. Also flog er nach Massa-Carrara, wo es in den Bergen das beste Marmor gibt. In den Steinbrüchen der italienischen Provinz sollten Jahre später auch Michelangelo, Luigi Bernini und Donatello ihre Marmorblöcke beziehen. Gott holte sich also feinstes Material, aus dem er am Abend des siebten Tages Doktor Derek Nice (Name aus rechtlichen Gründen geändert) meißelte. Na ja – zumindest sieht Doktor Derek Nice so aus, als könnte diese Geschichte echt sein. Viel wahrscheinlicher ist natürlich, dass den Schönheitschirurgen ein Kollege schuf, einer mit göttlichem Talent.
Grübchen sind allgemein kleinere, muldenförmige Einbuchtungen. Im biologisch-medizinischen Bereich bezeichnet man damit angeborene oder erworbene Vertiefungen des Gewebes. Umgangssprachlich sind Grübchen die, bei vielen Menschen vorhandenen, charakteristischen Einziehungen in Wangen, Kinn oder Stirn. Es erscheint mir aber nicht richtig, das Grübchen, das Dr. Nices Kinn dekoriert, als bloße muldenförmige Einbuchtung zu bezeichnen. (more…)