Nachdem er sich von seiner Freundin getrennt hatte, von Zuhause auszog, um dann an einem Suchtpräventionsprogramm teilzunehmen, sponn sich Alex Ebert angeblich eine Geschichte zusammen von einem fiktiven Heiligen namens Edward Sharpe. Nach Eberts Aussage soll Sharpe “auf die Erde herabgeschickt worden sein, um die Menschheit zu heilen und zu retten – allerdings wurde er ständig abgelenkt von Frauen und dem Verliebtsein.” Später traf Ebert in Los Angeles auf den Sänger Jade Castrinos. Im Sommer 2009, mit dem neuen Namen “Edward Sharpe & The Magnetic Zeros”, gingen die beiden mit einer Gruppe von gleichgesinnten Musikern in einem weißen Schulbus auf Tour.
Eine wunderschöne Legende – die das Ergebnis umso liebenswerter macht.
After breaking up with his girlfriend, moving out of his house, and joining a program for addiction, Ebert began work on a story about a messianic figure named Edward Sharpe. According to Ebert, Sharpe “was sent down to Earth to kinda heal and save mankind…but he kept getting distracted by girls and falling in love.” Ebert later met singer Jade Castrinos in Los Angeles. In the summer of 2009, as Edward Sharpe & the Magnetic Zeros, they toured the country with a group of fellow musicians in a big white school bus”.
A beautiful legend- which makes the outcome much more loveable.
Er ist Türsteher des legendären Clubs Berghain, Stilikone und Modefotograf. Sven Marquardt. Dandy Diary Gast-Autor Petr Matejcek hat den “härtesten Türsteher der Stadt” bereits vor einiger Zeit zu einem Interview zum Thema Männer getroffen (…Interview “Traurige Charon”) Im Rahmen eines Fotoshootings hatte nun auch ich die Gelegenheit Marquardt persönlich kennenzulernen. Wir sprachen über seine Liebe zur Analogkamera, über seine Models und die Inspirationsquelle Berghain. Ein sympathischer Mann, der sich weiß zu kleiden.
Dass Sandalen einmal zu einem High-Fashion Produkt werden, hätte man vor Jahren nicht geglaubt. Doch auch heute noch haftet der sommerlichen Fußbekleidung ein gruseliges Image an. Zu Unrecht, wie ich finde, denn die neuen Sandalen Modelle sind wirklich stark, daher glaube ich, dass das Image der Sandale sich in den nächsten Jahren grundlegend verändern wird. Grund genug einen Text über “Männer und Sandalen” für Jadicted zu verfassen.
Männerfüße in Sandalen, dass klingt für die meisten Menschen noch immer nach einer Drohung. Das tönt nach einem bierbäuchigen Mann, dessen unschönen Füße in Plastik-Sandalen stecken. Das hört sich nach Rainer an. Alle Männer mit Sandalen heißen doch Rainer, dessen Frau Ban Kao Ngio gerade dabei ist aus der Küche Chips zu holen, während er am Hefe-Weizen nippt. Doch das Image, das Sandalen in Kombination mit Männerfüßen bei den meisten Menschen auslösen, wird sich in naher Zukunft in Luft auflösen, denn die neuen Sandalen-Modelle sind wahrhaft göttlich…weiter.
Das lange Warten hat ein Ende. My Fashion Victims – 2 ist abgedreht. In der zweiten Folge der todbringenden Serie dreht sich alles rund um die Ray-Ban Wayfarer. Ist das Kultmodell noch tragbar? Ich sage Nein! Die Grenzen der Tragbarkeit sind längst überschritten, gerade in den so beliebten knalligen Farben ist die Ray-Ban ein modisches Fauxpas. Auch Klassiker, die Wayfarer ist fraglos ein Klassiker, können in die temporäre Untragbarkeit geraten. Vielleicht in fünf Jahren, vielleicht auch erst in zehn Jahren ist das Modell wieder tragbar, doch bis dahin sollte man sich andere Sonnenbrillen auf die Nase setzen. Eine Moscot Miltzen, beispielsweise.
Das Projekt My Fashion Victims – 2 ist in enger Zusammenarbeit mit BerlinFashion.TV entstanden, daher gebührt der größte Dank dem besten Online-TV im Sektor Mode. Allen vorran dem Kamermann Christoph Turk, der gerade im Schnitt des Videos eindrucksvoll sein ganzes Können unter Beweis gestellt hat. Lob gebührt auch Philip von Mollenkott, mein Gegenpart in der Serie. Zin Klaft, dem Medizinmann. Und natürlich Mira, die bezaubernde Stimme aus dem Off. Darüber hinaus möchte ich mich bei Hair- und Make Up Artistin Kristin Belger bedanken, die normalerweise für das Atelier Creuzberg tätig ist.
The long wait is over. My Fashion Victims – 2 is online. In the second episode of the deadly series it´s all about Wayfarer the cult modell of Ray-Bay. Are the glasses still wearable? I say No! The limits of sustainability have long been exceeded, especially in the bright colors the Ray-Ban Wayfarer is a No-Go. Of course, the Wayfarer is a classic model, but I don´t give a shit. The Wayfarer ist Out of Fashion – without no doubt. Maybe in five, maybe in ten years we can pull them off again, but until then we should wear other sunglasses. The Moscot Miltzen, for example.
Many thanks to BerlinFashion.TV and all my friends to support me and my ideas.
Nachtrag aus Paris: “Transclassic”, so lautet der Titel der aktuellen Kollektion, die Designer Rad Hourani im Rahmen einer Vernissage im Palais Royal vorstellte. Eine Kollektion, deren Grundgedanke die Verwandlung ist. Im Interview verrät das junge Ausnahmetalent welches Kleidungsstück sich auf welche Art- und Weise verwandeln lässt. Darüber hinaus sprach ich mit Charles Guislain, seines Zeichens Modeikone, der ein enger Freund von Rad Hourani ist.
Addendum from Paris: “Transclassic” is the title of the current collection, that the designer Rad Hourani showed in an opening at the Palais Royal in Paris. A collection whose basic idea is the transformation. In the interview the young talent reveals which garment can be transformed in which way. I also talked with Charles Guislain, a fashion icon, who is a close friend of Rad Hourani.
Der Clochard-Look – wahrscheinlich der Liebling all meiner Looks. Eine Ästhetik, die im Normalfall aus der Not heraus geboren wird, die ich wirklich beeindruckend finde. Clochards sind in modischer Hinsicht durchaus inspirierend, warum das verwerflich sein sollte, ist für mich fraglich. Sich wie ein Clochard zu kleiden, ohne Clochard zu sein, finde ich legitim. Zerstörter Hut, Lage über Lage und zerschlissenes Seil am Fuss. Ein Detail, das den Look komplettiert, ist der Bart. Möglichst lang und wild gewachsen.
The tramp look – probably my favourite look. An aesthetic that is born usually out of necessity. Tramps are quite inspiring in fashion terms, why this should be objectionable, is questionable for me. And also dress yourself like a tramp, without being a Tramp , I think is okay. A detail that completes the look, is a big beard.
Ich war gerade sechszehn geworden, es war Winter gewesen, Januar, einer von der Sorte, dass jedes Aufstehen, jeder Schritt vor die Haustür zur Qual wird. Ein Konzert in der nächsten großen Stadt fand statt, eines meiner Lieblingsband damals, und ich war ganz erpicht darauf, diese zu sehen. Am nächsten Tag hatte ich eine wichtige Klausur zu schreiben, also schlich ich mich aus dem Haus mit den Worten „Ich werde bei Eva lernen und übernachten“. Genannte Eva verpasste mir einige Stunden später einen neuen Haarschnitt, ich trug roten Lippenstift. Ungewöhnlich apart sah ich aus – zumindest in meinen Augen. Wir brachen auf, ich hatte meinen neuen Personalausweis natürlich zur Hand. Angekommen stand ich dort also, umklammerte meine Zigarette, eine nach der anderen. Um den trockenen Geschmack loszuwerden, aber auch um meine Schüchternheit zu besiegen, trank ich ununterbrochen, ließ mich sogar irgendwann auf Tequila und Jägermeister ein. An das Konzert erinnere ich mich dementsprechend nur noch vage. Anschließend jedoch drückte ich mich in der Nähe der Musiker herum, zu viel Alkohol intus, erpicht auf Kontaktaufnahme. Als der Sänger nun allein‘ dort stand, fasste ich den Mut der Betrunkenen. Ich ging auf ihn zu, stolperte, landete vor ihm auf dem Boden, rappelte mich wieder auf, und ächzte in meinem besten Schulenglisch: „I’m sorry, but I’m your biggest fan. Would you marry me?“ Der junge Herr murmelte: „Do you got a lighter?“ Ich gab ihm knallrot mein Feuerzeug, und taumelte schnell von ihm weg in eine dunkle Ecke, um irgendwie zu versuchen, dort im Boden versinken zu können.
Die Nacht endete, ich wachte verkatert auf, die Klausur war natürlich ein Desaster, und jahrelang fand ich mich traumatisiert an diesen peinlichen Abend und besonders an die Gleichgültigkeit meines Idols erinnert. Vor kurzem traf ich ihn wieder, erzählte ihm diese Geschichte, und er teilte mir lächelnd mit, dass er damals mit „IF you got a lighter“ geantwortet hätte. Er ist jetzt leider mit einer anderen verheiratet.
I had just turned sixteen, it had been winter, in January, one of these kinds that every getting out of bed, every step outside the front door is a pain. A concert in the next big city took place, one of my favorite bands at that time should play, & I was quite eager to see it. The next day I had to write an important exam, so I snuck out of the house with the words “I’ll get to stay overnight at Eva & learn with her”. Eva cut me a few hours later a new haircut, I wore red lipstick. Unusual adult I looked, not like the young schoolgirl, which I was. We started, I had my new ID with me of course. Then I was standing in the Club, smoking my cigarette, one after the other. To get rid of the dry taste, but also to dampen my shyness, I drank incessantly, later even Tequila & Jägermeister. The concert I remember only vaguely. But afterwards I tiptoed around the musicians, too much alcohol intus, eager for contact. As the singer stood there alone, I took the courage of the drunks. I went up to him, tripped, landed before him on the ground, straighten up again, and groaned in my best school English: “I’m sorry, but I’m your biggest fan. Would you marry me? ” The young man murmured:” Do you got a lighter? “Embarrassed I gave him my lighter, and quickly stumbled away from him in a dark corner to experiment if there’s a bottom I can sink to.
The night ended, I woke up with hung over, the exam was of course a disaster, and for years I found myself in this embarrassing evening and the indifference of my idol remembered traumatised. I recently met him again, told him the story, and he informed me with a smile that he had responded with “IF you got a lighter”. Unfortunately he is now married to another girl.
Ist Camouflage wieder cool? Für Jadicted habe ich mich mit der Thematik Camouflage auseinandergesetzt. Ein Trendthema, das derzeit wieder verstärkt in Modemagazinen stattfindet. Und nicht nur im Print kommt das Tarnmuster wieder auf, nein, auch auf der Straße, in den hippen Clubs wird verstärkt auf Camouflage-Prints gesetzt.
Innerhalb kurzer Zeit habe ich Gespräche mit Patrick Mohr und Henrik Vibskov, zwei Avantgarde-Designer, geführt. Beide trugen Kleidung mit dem Camouflage-Print. Mohr trug eine umgekrempelte Hose, Vibskov eine Jacke. Doch nicht nur Opinion-Leader tragen Camouflage, nein, auch die Unterschicht, das Proletariat…weiter.